von Flensburg nach Wolgast über Rügen (640 km)

Von Ende Juli bis Mitte August 2019 starteten wir wieder einmal zu einer längeren Radtour, die uns von Flensburg nach Wolgast führte. Dabei fuhren wir größtenteils auf dem Ostsee – Radweg (OSR) (s. entsprechendes bikeline – Tourenbuch). Bei der Vorbereitung der Tour mußten wir feststellen, daß wegen der Urlaubszeit schon sehr viele Unterkünfte ausgebucht waren und so buchten wir diesmal alle Unterkünfte vor. Teilweise gab es allerdings nur noch freie Unterkünfte, die abseits unserer geplanten Route lagen.

Nach einer mehr als spannenden Anfahrt mit der DB von München über Hamburg und dann Baustellen- und Oberleitungsschaden-bedingt mit weiteren 6 Regionalzügen landeten wir exakt um Mitternacht in unserer Unterkunft Gästehaus Lavendel; ruhig, aber zentral gelegenen. Einen ganzen Tag lang stromerten wir in Flensburg, einem netten kleinen Hafenstädtchen, rum, probierten vorzüglichen Aquavit im Rumhaus Braasch, genossen im Café Central ein hervorragendes Frühstück und am Abend ein köstliches Fischessen bei Piet Hennigsen.

Flensburg - Briefträger mit Fahrrad
Flensburg - Rote Straße
Flensburg - Hafen Ostufer
Flensburg - Norderstraße
Flensburg - am Hafen
Flensburg - Westufer

Auf schönem Weg fuhren wir auf unserer ersten Radetappe von Flensburg mit einem Abstecher zum Wasserschloß Glücksburg nach Kappeln. Auf Höhe Goldhöft ließen wir uns den sehr empfehlenswerten Abstecher durch die Geltinger Birk nicht entgehen. Ein Bummel am Abend im netten Backsteinstädtchen rundeten den ersten Fahrtag ab.

Wasserschloß Glücksburg
an der Geltinger Bucht
Geltinger Birk - Mühle Charlotte
in der Geltinger Birk
Kappeln - Schleibrücke
Kappeln - Am Hafen

Wir wollten die Kieler Förde mit der Fähre überqueren und so war unser nächstes Ziel Kiel-Schilksee, die Sportseglerhochburg im Norden Deutschlands (u.a. Kieler Woche und Olympische Wettbewerbe 1972). Unter Nutzung der im bikeline beschriebenen Alternativrouten bei Schönhagen und Aukamp (empfehlenswert), erreichten wir unser kleines, angenehmes und ruhiges Hotel Gode Wind. Der Hafen selbst ist nicht wirklich schön; die Olympiabauten von 1972 sehen doch mittlerweile sehr verhaut aus und einiges ist geschlossen. Und während der Italiener an der Kappelner Hafenpromenade ein sehr gutes und stabiles Essen servierte, hat uns das Essen in Kiel-Schilksee überhaupt nicht geschmeckt hat und das Personal war recht unfreundlich.

unterwegs nach Schilksee
Schilksee - Segelhafen
Schilksee - am Strand

Am nächsten Morgen ging es zunächst gemütlich mit der Fähre nach Laboe und dann weiter bei heftigem Ostwind auf sehr schönem OSR-Streckenabschnitt nach Behrensdorf. Da wir durch die Holsteinische Schweiz radeln wollten, verließen wir hier den OSR und radelten zu unserem heutigen Tagesziel, dem charmanten Luftkurort Lütjenburg (den wir beim Abendbummel erkundeten).

Laboe
auf dem Weg
Lütjenburg - Markt
Lütjenburg - am Markt

Unser nächstes Ziel war Travemünde. Recht hügelig auf teilweise grobem Pflaster, dafür landschaftlich sehr schön, ging es los nach Högsdorf und weiter auf dem Radweg Holsteinische Schweiz Tour nach Eutin, wo wir uns im von Touristen überfüllten Städtchen eine Pause gönnten. Über den MÖNCH – Radweg erreichten wir bei Sierksdorf wieder den OSR, der mittlerweile sehr stark befahren wurde. In den Touristenhochburgen Scharbeutz und Timmendorfer Strand war fast kein Durchkommen (und auf einer Überlandroute wie dem OSR muß man im Ort Timmendorfer Strand absteigen und schieben). Auf Höhe Scharbeutz unternahmen wir noch einen recht aufwendigen Abstecher zum Gut Garkau, einem Anwesen mit einer Scheune im Bauhausstil – leider konnten wir nur ein Foto durchs Gebüsch schießen, da das Terrain nicht zugänglich war. Etwas ermattet erreichten wir unsere abseits gelegene Herberge in Travemünde/Ivendorf.

Holsteinische Schweiz - Kellersee
Timmendorfer Strand
Travemünde - Die Passat

Weiter radelten wir dann in die Hansestadt Wismar. Zunächst setzen wir mit der großen Fähre (die kleinere nimmt in der Urlaubszeit keine Fahrräder mit) über nach Priwall und radelten auf schönem Weg nach Boltenhagen, wo wir Kaffepause machen wollten. Doch das war im übervollen Kurort nicht so einfach, schließlich fanden wir das sehr gute Cafe Einraum. Nach Stärkung ging es weiter zu unserer einfachen und günstigen Herberge (Pension im Haffeld) im Osten von Wismar. Wismar widmeten wir einen ganzen Tag, was sich außerordentlich gelohnt hat.

Wismar - Schweinebrücke
Nix und Nixe an Weimarer Wasserkunst
Wismar - Nikolaikirche

Wismar ist eine sehr charmante Hafenstadt mit schöner Architektur und Ostseeflair. Und absolut empfehlenswert ist das Restaurant To'n Zägenkrog und Bier und Whiskey im Brauhaus.

Wismar - Blick von St. Georgen
Wismar - Blick von St. Georgen

Von Wismar aus ging es auf die Halbinsel Poel, die wir mit dem Rad erkundeten (und fast umrundeten). Zwischenmahlzeit und später dann auch Abendessen im Restaurant Seeblick, sehr angenehm. Unsere Unterkunft Meerzeit auf Poel war eine kleine, aber sehr feine und individuell eingerichtete Pension mit schönen großen Räumen und Kunstwerken/Bildern der sehr freundlichen Vermieterin Katrin Marnitz  sowie hervorragendem gemeinsamen Frühstück zusammen mit den anderen Gästen.

Insel Poel - Hafen Fährdorf
Insel Poel - Kirchdorf
Insel Poel - Restaurant Seeblick

Weiter ging es dann wieder in den Trubel einer größeren Stadt: Rostock. Einige Umleitungen ( wegen Steilküstenabbrüchen ) und der OSR leider öfters an Straßen führten uns ins proppenvolle Warnemünde. Mit Navi ging es weiter nach Rostock, das sich auf die Hanse Sail vorbereitete; kein Wunder, daß wir in der Urlaubshochzeit nur noch eine Unterkunft auf einem Wohnschiff gefunden hatten. Gelegen im Alten Hafen, keine Gastromie in der Nähe, kleine Kabinen mit Dusche/WC, großes Oberdeck und Frühstücksraum mit ordentlichem Frühstück; schön. Zur Innenstadt empfiehlt es sich den ÖPNV zu nutzen. Am zweiten Abend genossen wir den Sonnenuntergang auf dem Oberdeck mit sehr gutem Räucherfisch, den wir nach Stadtbummel auf der Hanse Sail eingekauft hatten, und sahen den vielen Segelboten bei ihren Fahrten (mit und ohne Publikum / Musik) zu.

Rostock - Messe Wohnschiff
Rostock - Neuer Markt
Rostock - am Hafen

Hanse Sail

Von Rostock aus wollten wir in einem Ritt nach Stralsund, und da wir nicht durch Rostock radeln wollten und die Etappe unsere Kräfte überfordert hätte, fuhren wir den ersten Teil mit S-Bahn und Zug bis Ribnitz-Damgarten-Ost. Auf dem sehr schlecht ausgeschilderten ÖBA (östlicher Backstein – Rundweg) – teilweise nur mit Navi auffindbar – radelten wir in das erstaunlich leere Barth und von dort auf sehr schönem und wenig befahrenen OSR – Abschnitt zu unserem ruhigen, in der Altstadt gelegenem Hotel zur Post in Stralsund. Nach Abendbummel im Hafen stärkten wir uns im guten tschechischen Restaurant Slata Praha.

auf dem Weg nach Stralsund
auf dem Weg nach Stralsund
Baumallee
Stralsund - Nikolaikirche
Stralsund - Rathaus

Wir hatten hin und herüberlegt, wie nun weiterfahren nach Wolgast. Die OSR - Strecke nach Greifswald verläuft meist an der Bundesstraße und ist nicht wirklich schön und so hatten wir entschieden über Rügen zu radeln und die Fähre ab Göhren zu nutzen; hat sich gelohnt.

Rügendammbrücke

Ist der Abzweig hinter der Stralsunder Brücke erst gefunden, geht es auf schöner, hügeliger und teilweise schwierig zu fahrender Strecke über Putbus und unter Nutzung einer Ruderfähre bei Moritzdorf nach Göhren. Hier bezogen wir im Hotel Albatros ein sehr großes Apartment zu  dritt und genossen unser Einlaufbier und ein gutes Abendessen.

auf Rügen
Ruderfähre Moritzdorf
Göhren - Anlegesteg

Am nächsten Tag hatten wir noch einige Zeit bis zur Abfahrt unseres Schiffs nach Peenemünde und so ließen wir uns bei einem Bummel in Göhren die Seeluft um die Nase streichen und fühlten uns wohl im sehr schönen Vicky’s Gartencafe. Von Peenemünde aus bis Wolgast mit die Tour abschließender Fischplatte bei Fischer Klaus (s. frühere Radtouren) waren es dann nur noch wenige Kilometer.

Vicky's Gartencafe
Rescue - Set
Fähre Mönchgut

Insgesamt wieder eine gelungene Tour (kaum Gegenwind, keine Pannen, selten Regen, erstaunlich hügelig) – allerdings zeigt sich die Ostseeküste bzw. die regelmäßig vorzufindende zivilisatorische Infrastruktur - zumal in der Hochsaison - meist sehr übervölkert und entsprechend aufgeregt. Man ist aber meist schnell durch oder kann „hinten rum“ fahren.

 

Stationen unserer Tour (Orte, in denen wir übernachteten) :

 

Flensburg, Kappeln, Kiel / Schilksee, Lütjenburg, Travemünde, Wismar, Insel Poel, Rostock, Stralsund, Göhren

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© Elisabeth Gottschaller