Radtour Deutschland West-Ost-Nord-Durchquerung von Münster an die Oder und über Ueckermünde nach Greifswald (1226 km)

Zur Durchquerung nutzten wir den R1/D3 - Radweg und an der Oder angekommen radelten wir den Oder-Neiße-Radweg Richtung Norden. Unterstützt wurden wir hierbei bestens von den bikeline - Tourenbüchern "Europa-Radweg R1" sowie "Oder-Neiße-Radweg".

 

Um unterwegs flexibel zu bleiben, buchten wir keine Quartiere vor und hatten auch nie Probleme, welche zu finden. "Schlimmstenfalls" telefonierten wir von unterwegs mit der Tourist-Info, die immer zuverlässig ein Bett für uns fand.

 

Ende Juli 2013 nach einem bis dahin verregnetem Sommer und einem Hochwasser an der Elbe (schon wieder!) ging es los. Diesmal zu dritt und wieder dabei das stabile Tourenrad von der TAZ, das leichte Hybridrad (KUWAHARA Hi Pacer – "Wo die Straße endet, beginnt Kuwahara") und – new entry – der KUWAHARA Lion, eines der ersten und schwersten, aber eben auch nicht kaputt zu kriegenden Mountainbikes (beide Kuwaharas sind aus den späten 80er Jahren).

 

Es folgten 3 Wochen Sonne – die wenigen Gewitterfronten zogen entweder an uns vorbei oder entluden sich erst, nachdem wir unser Quartier schon bezogen hatten.

Münster

 

 

Unproblematisch fuhren wir mit dem Zug und den Rädern von München nach Münster, wo wir unseren Mitradler trafen und eine kleine Besichtigungstour der interessanten Altstadt unternahmen.

Am nächsten Tag radelten wir mit einem Abstecher nach Telgte (spätgotische Propsteikirche) über Warendorf mit Besichtigung der schönen Altstadt (viele Fachwerkhäuser) und der Kirche St. Laurentius bis Marienfeld.

Warendorf
Warendorf
Kloster Marienfeld

Dann ging es weiter nach Stukenbrock-Senne, wo wir den sowjetischen Soldatenfriedhof besuchten. Unterwegs besichtigten wir St. Aegidius in Rheda-Wiedenbrück und die schöne Fachwerkaltstadt von Riedberg.

St. Aegidius
Riedberg
Jagdschloss Holte
Stukenbrock-Senne

Vörden war unser nächstes Ziel. Die  Ausschilderung in Detmold ließ etwas zu wünschen übrig, umso imposanter die Externsteine bei Holzhausen, wo wir eine kleine Wanderung unternahmen. Und der wunderschöne Streckenabschnitt zwischen Holzhausen und  Vinsebeck mit Einkehr im schön gelegenen Cafe Blumengarten entschädigte uns mehr als genug. Eine kurze Stippvisite in der Benediktiner-Abtei Marienmünster rundete den Tag ab.

Externsteine
Schloss Vinsebeck
Marienmünster

Vom schönen Weser-Radweg mit Besichtigung der sehenswerten Fachwerkstadt Höxter und des Schlosses Bevern zweigten wir dann ab nach Einbeck. Einbeck zumal im Regen machte einen trostlosen Eindruck auf uns, dennoch ließen wir uns eine Spezialität, die Knoblauchsuppe, gut munden. Nur der Koch wollte uns das Rezept dafür nicht verraten.

Höxter
Schloss Bevern
Einbeck

Am nächsten Tag waren die exorbitanten Windbeutel in Goslar (Die Butterhanne) unser Ziel. Leider viel auf Straßen und oft schlecht ausgeschildert (gilt für viele Streckenabschnitte in Niedersachsen) erreichten wir über Bad Gandersheim und Bilderlahe den Trubel in Goslar. Am Abend legte sich der Trubel dann ein wenig und abseits lassen sich immer idyllische Ecken finden.

auf dem Weg zum Windbeutel
Windbeutel XL
Goslar
Goslar
Goslar

Gestärkt durch Flugbenzin ging es nun in Begleitung der Brockenhexe weiter zu einem Highlight unserer Tour, Quedlinburg. In der unaufgeregten und sehr gut erhaltenen und restaurierten Stadt lohnten zwei Übernachtungen und ausgedehnte Besichtigungstouren zu Fuß. Nach Besichtigung der Klosterkirche in Ilsenburg, des Klosters in Drübeck und des Klosters Michaelstein zweigten wir in Wienrode vom R1/D3 – Radweg ab und gelangten auf einer sehr schönen Kirchbaumallee bei Warnstedt nach Quedlinburg.

Blankenburg
Kirschbaumallee

Über den sehr schönen Aller-Harz-Radweg gelangten wir bei Neinstedt wieder auf unseren Hauptradweg und radelten auf schöner Strecke über Gernrode und Reinstedt nach Schadeleben zum Concordia See. Ein schöner See, nur leider wegen eines Erdrutsches noch länger gesperrt. Sehr schade, insbesondere auch für unsere liebevolle Unterkunft Pension Robinienhof.

Ab Staßfurt radelten wir dann auf schönem Weg entlang der Bode (auf Höhe Hohenerxleben waren die ersten 500 km bewältigt) nach Nienburg und weiter entlang der Saale nach Bernburg. Beide Städte waren noch arg vom Hochwasser gezeichnet, wenig restauriert und viele Häuser standen leer.

an der Bode
Bernburg
Bernburg

Am nächsten Tag starteten wir mit einer Kurzbesichtigung der sehr gepflegten Stadt Köthen. Wegen Wegsperrungen auf Grund des Hochwassers folgten wir ab Reppichau der Umleitung über Mosigkau an den Bauhäusern (wg. Renovierung gerade geschlossen) vorbei nach Dessau und erreichten Wörlitz. Hier blieben wir zwei Tage in unserer von der 1. Tour geschätzten Pension zum Park und besichtigten mit Führung die Parkanlagen.

Köthen Jakobskirche
Köthen Rathaus
Schloss Musigkau
Dessau

Über Oranienburg mit einem Abstecher zur Industrieruine Ferropolis erreichten wir die Lutherstadt Wittenberg und trafen Unmengen (Rad-) Touristen. Sehenswert sind zwei Straßenzüge sowie eine Hundertwasser – Schule.

Ferropolis
Wittenberg
Hundertwasser - Schule

Auf überwiegend Waldwegen ging es weiter über Grubo (Besichtigung der Feldsteinkirche) und Bad Belzig (Kurzbesichtigung) nach Ferch und beim Abendessen genossen wir den Blick auf den Schwielowsee.

 

 

Nun waren bereits kurz vor Berlin. Über Petzow, Geltow, Potsdam, Wannsee, Nikolassee, Schlachtensee und Scharmützelsee fuhren wir nach Berlin-Zehlendorf. In Potsdam (sehr viele Baustellen) durchradelten wir noch das Holländische und Russische Viertel. Einen Tag Aufenthalt gönnten wir uns in Berlin mit Spaziergang in Steglitz (sehr voll) und Friedrichshain (sehr interessant dank lokalem Führer).

Die Durchquerung von Berlin mit dem Rad schenkten wir uns und fuhren stattdessen mit der S-Bahn zum Treptower Park. Von hier fuhren wir weiter durch den Park, nutzten die Spreefähre und radelten nach Köpenick. Nachdem wir uns mit schlechter Beschilderung und vielen Ampeln durch Köpenick gekämpft hatten ging es weiter auf schönem Weg über Erkner und Rehfelde nach Buckow am Schermützelsee. In unserer gut gelegenen Unterkunft dem Strandhotel gab es dann eine Fischbesonderheit : Maränen.

an der Spree
Panne in Garzin
Buckow
Buckow

Mit einem Abstecher nach Neuhardenberg und Besichtigung des von Schinkel umgebauten Schlosses erreichten wir über Letschin (zu empfehlen : Landhaus Treptow) und Sophienthal die Oder und damit den Ende des Radweges D3. Hier wurde unserem Guide das Neiße-Oder Radtourenbuch übergeben und weiter ging es nach Kienitz im Oderbruch. In Kienitz bezogen wir Quartier im sehr idyllischen Bauernhof Apfelwiese.

Schloss Neuhardenberg
Alte Oder
Oder erreicht
Pension Apfelwiese
Oder bei Kienitz

Nach reichhaltigem Frühstück besuchten wir zunächst das schön restaurierte Kolonistendorf Neulietzegöricke. Von dort radelten wir zur Zollbrücke an der Oder und fuhren weiter auf schönem Oder-Radweg über die Schleuse Hohensaaten nach Lunow und weiter nach Schwedt. Hier stießen wir mit Kaffee auf geradelte 1.000 km an. Nun folgte der schönste Oder-Abschnitt im Naturpark Unteres Odertal. Herrlich ließen sich Silberreiher, viele Störche und eine Herde Wasserbüffel beobachten. Unser Ziel heute war Garz; die Unterkunft war eine fast leerstehende, zu verkaufende Großherberge. Nach Ortsbesichtigung (Teile der Stadtmauer sind noch erhalten, sowie ein paar ältere Häuser) saßen wir hinter der Herberge im Grünen und konnten Kranichschwärme bewundern.

Neulietzegöricke
Schleuse Hohensaaten
im Naturpark
Garz
Garz

Heute war extrem starker Gegenwind. Und so beschlossen wir nach Fahrt über Mescherin und Schloß Penkun bei einem Kaffee im Hotel Haus am See den Radltag zu beenden, im Hotel einzuchecken und nur noch den Ort zu besichtigen. 

Am nächsten Tag hatte sich der Wind weitestgehend gelegt, nur regnerisch war es. So ging es über Rieth am Neuwarper See nach Ueckermünde. Nach Stadtbesichtigung war Fischschlemmen im von unserem Herbergsvater empfohlenen Fischrestaurant Ahl angesagt.

Und nach sehr gutem Fischessen am Abend ging es am Morgen mit einem üppigen Fischfrühstück am Hafen weiter. Fisch gestärkt ging es nun dem Tour-Ende entgegen. Heute bis Netzeband und am nächsten Tag nach Greifswald und mit dem Zug zurück nach München. Zunächst ging es über Kamp mit Besichtigung der zerstörten Eisenbahnhubbrücke, Nutzung der Fähre Karnin nach Zecherin. Nun verließen wir den Oder-Neiße Radweg und radelten nach Klotzow zur Vogelbeobachtung an den Peenestrom. Von dort ging es auf schöner Strecke nach Lassan und weiter auf stark befahrener Straße nach Wolgast. Mit ausgezeichneten Fischplatten im Fischer Klaus beendeten wir die Tour. Der Rest nach Netzeband und tags drauf nach Greifswald war ja geschenkt.

Ueckermünde
am Stettiner Haff
Hubbrücke
am Peenestrom
Fischessen in Wolgast

Stationen unserer Tour (Orte, in denen wir übernachteten):

 

Münster, Marienfeld, Strukenbrock-Senne, Vörden, Einbeck, Goslar, Quedlinburg, Schadeleben, Bernburg, Wörlitz, Wittenberg, Ferch, Berlin, Buckow, Kienitz, Gartz, Löcknitz, Ueckermünde, Netzeband

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© Elisabeth Gottschaller